Diakonissenkrankenhaus Dessau

Kompetenzzentrum Hernienchirurgie

Zertifiziertes Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie

Im Diakonissenkrankenhaus Dessau ist seit September 2019 ein von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie zertifiziertes Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie beheimatet.

Mit jährlich rund 300.000 Eingriffen ist die chirurgische Behandlung von Leisten-, Bauchwand- oder Zwerchfellbrüchen hierzulande das am häufigsten eingesetzte Operationsverfahren. Das Diakonissenkrankenhaus Dessau verfügt über sehr viel Erfahrung auf dem Gebiet der so genannten Hernienchirurgie. Seit 2019 ist es als „Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie“ von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) zertifiziert.

Grundlage für dieses Gütesiegel ist, dass hier jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von Patienten behandelt wird, die von einem Leisten- oder Narbenbruch betroffen sind. Mit jährlich rund 260 Eingriffen liegt das Diakonissenkrankenhaus Dessau deutlich darüber. Zudem müssen spezialisierte Operateure im Haus tätig sein und ausgewiesene Sprechstunden für Hernien-Patienten angeboten werden. Ein weiteres Kriterium ist, dass alle durchgeführten Operationen in einem bundesweiten Register (Herniamed) dokumentiert werden.

Das Diakonissenkrankenhaus Dessau zeichnet sich im Bereich der Hernienchirurgie durch ein Behandlungskonzept aus, das auf Basis aktueller medizinischer Leitlinien und neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse beruht. Seit dem Jahr 2017 verfügt das Diakonissenkrankenhaus Dessau bereits über das Qualitätssiegel „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ der Deutschen Herniengesellschaft (DHG).

Behandlung allgemein

Bei einem Leisten- oder Bauchwandbruch ist die operative Versorgung das alleinige Mittel der Wahl. Konservative Therapien wie das Tragen von Bruchbändern haben sich in der Vergangenheit nicht als zielführend, ja sogar als schädlich erwiesen. Etwas anders stellt es sich beim Zwerchfellbruch dar, wo im Rahmen der individuellen Therapieentscheidung zwischen einem möglichen operativen oder medikamentösen Ansatz entschieden werden muss. Ohne einen operativen Eingriff lässt sich die Bruchpforte einer Hernie nicht verschließen. Wird sie rechtzeitig versorgt, ist sie in der Regel ungefährlich und heilt wieder aus. Jedoch sollte die operative Versorgung frühzeitig erfolgen, um gefährliche Strangulierungen von Darmanteilen zu verhindern.

In der Hernienchirurgie haben sich verschiedene Verfahren bewährt, bei denen der Operateur jeweils den Bruchinhalt in den Bauchraum zurückverlagert, die Bruchpforte verschließt und das Gewebe stabilisiert. Die Wahl des OP-Verfahrens richtet sich nach Art und Ausprägung der Hernie und ist abhängig von den jeweiligen körperlichen Voraussetzungen und vom Alter des Patienten.

Behandlung im Diakonissenkrankenhaus Dessau

Im zertifizierten Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie am Diakonissenkrankenhaus Dessau arbeiten die chirurgischen Spezialisten eng mit Experten verschiedener Fachdisziplinen zusammen. Um eine bestmögliche Vor- und Nachsorge zu gewährleisten, sind neben den stationären Disziplinen auch niedergelassene Kollegen an der sektorenübegreifenden Behandlung in unserem Fachzentrum engagiert.

Bei der operativen Versorgung einer Hernie setzen die Spezialisten im Diakonissenkrankenhaus Dessau vorzugsweise auf minimal-invasive Verfahren. Mit Hilfe kleiner Bauchschnitte (Nabel, Unterbauch) werden die Brüche in Vollnarkose beseitigt und das Gewebe mit Hilfe von Kunststoffnetzen (Mesh) stabilisiert. Im Einzelfall und bei großen komplexen Brüchen kann auch eine offene Operation notwendig sein, bei der die Bruchlücke entweder mit einem Netzimplantat oder durch eine bestimmte Nahttechnik verschlossen und die Bauchdecke rekonstruiert wird.

Dr. med. Thomas Schulze Chefarzt Facharzt für Chirurgie, Spezielle Viszeralchirurgie und Gefäßchirurgie