Geriatrie
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Themenübersicht
Zentrum für Geriatrie
- Abteilung für Akutgeriatrie und geriatrische Frührehabilitation
- geriatrische Tagesklinik
Die Abteilung für Geriatrie am Diakonissenkrankenhaus Dessau besteht seit 1996. In dieser Abteilung werden ältere Patienten mit folgenden Erkrankungen behandelt:
- neurologische Krankheitsbilder (Schlaganfälle, Hirnblutungen, Epilepsien, Polyneuropathien, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Demenz und Depressionen- neurogene Blasenentleerungsstörungen und Inkontinenz in Zusammenarbeit mit der urologischen Klinik)
- nach schweren internistischen Krankheiten (Herz-Kreislauf-Erkrankungen und längerer Immobilität infolge anderer schwerer Erkrankungen)
- nach orthopädisch- chirurgischen Behandlungen (belastende operative Eingriffe wie Frakturen, Gelenksersatz, Amputationen, schmerzhafte Spontanfrakturen bei Osteoporose, Dekubitus)
- chronische Schmerzsyndrome bei rheumatisch degenerativen und osteoporotisch bedingten Gelenks- und Wirbelsäulenerkrankungen)
Aktuell wird im Diakonissenkrankenhaus Dessau eine geriatrische Station mit 28 Betten für Akutgeriatrie und geriatrische Frührehabilitation vorgehalten. Die geriatrische Tagesklinik hat 10 Plätze.
Anmeldung/ Information:
Die meisten Patienten werden von vorbehandelnden Akutabteilungen der umliegenden Krankenhäuser angemeldet bzw. überwiesen, es besteht jedoch auch die Möglichkeit, Patienten, die spezifischer rehabilitativer Therapien bedürfen, direkt vom Hausarzt hier einweisen zu lassen.
Anmeldungen und Anfragen:
Oberarzt Dipl.-med. Thomas Schraermeyer
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| FA f. Innere Medizin, fak. Weiterbildung Klin. Geriatrie, Reisemedizin-DTG
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Geriatrische Tagesklinik
Die geriatrische Tagesklinik, die seit 1997 besteht, ist als teilstationäre Einrichtung ein Bindeglied zwischen stationärer und ambulanter Behandlung. Diese besondere Therapie ermöglicht einen stationären Aufenthalt zu vermeiden oder zu verkürzen. An den Werktagen werden die Patienten von Fahrdiensten von zu Hause abgeholt und nachmittags wieder nach Hause gebracht.
Unser Gesundheits- und Sozialsystem hat schon in den letzten Jahrzehnten den demografischen Wandel des „Älterwerdens" unserer Gesellschaft mit der Zunahme der Zahl älterer und Abnahme der jüngeren Menschen erkannt und versucht dem Rechnung zu tragen.
Es besteht derzeit aber immer noch eine große Diskrepanz zwischen den zur Verfügung stehenden Angeboten und den gesundheitlichen und sozialen Problemen der älter werdenden und alt gewordenen Menschen mit allen daraus resultierenden Notwendigkeiten der Behandlung, Versorgung und Betreuung.
Die Geriatrie mit ihrer ganzheitlichen Ausrichtung beschäftigt sich als Zweig der wissenschaftlich fundierten Medizin mit den besonderen Problemen von Erkrankungen der älteren Menschen und der sozialen Umstände. Hierzu gehören auch die regelhaften Veränderungen im Alter, wie Appetit, Geschmack, Hunger- und Durstempfinden und damit verbundener Ernährungsmangelprobleme. Auch Inkontinenz, Impotenz, Obstipation, Demenz und Depressionen sind wichtige Begleiterscheinungen im Alter. Viele Ältere leiden unter chronischen Schmerzen im Rahmen einer rheumatischen Erkrankung, aber viel häufiger durch chronisch degenerative und osteoporotisch bedingte Veränderungen der Gelenke und der Wirbelsäule. Häufig sind durch solche Erkrankungen die Beweglichkeit, die Mobilität und damit die Alltagstauglichkeit (Selbständigkeit) schwer eingeschränkt und es besteht zunehmende Pflege- und/oder Versorgungs-bedürftigkeit. Die meisten älteren Menschen leiden an mehreren Erkrankungen (Multimorbidität) und nehmen viele verschiedene Medikamente ein die allein, oder in Kombination, durch ihre Wirkungen und Nebenwirkungen weitere Probleme bereiten. Auch die soziale Problematik des „Alleinseins", mit zunehmender Vereinsamung und den häufig beobachteten Folgeerscheinungen wie Appetitmangel und Gewichtsabnahme, Interessensverarmung und völlige Zurückgezogenheit sind in der Geriatrie ein wichtiger Ansatzpunkt der therapeutischen Bemühungen.
In der Geriatrie wird zu Beginn eine multiprofessionelle Diagnostik (Assessment) durchgeführt, die alle medizinischen Probleme und Defizite der wesentlichen Aktivitäten des täglichen Lebens erfasst. Individuell auf die vorhandenen Fähigkeiten, Probleme und Ressourcen jedes einzelnen Patienten zugeschnitten, wird eine Verbesserung der funktionellen Fähigkeiten und Möglichkeiten bei der Ausführung lebenspraktischer Alltagsaktivitäten angestrebt. Häufig drohende Immobilisierung und Pflegebedürfigkeit sollten verhindert und, soweit immer möglich, eine Rückkehr des Patienten in seine bisherigen Lebensumstände ermöglicht werden.
Hierbei arbeiten die aktivierende Pflege, ärztlicher Dienst sowie Ergotherapie, Physiotherapie, Logotherapie und der Sozialdienst im therapeutischen Team gemeinsam an der Erstellung und Durchführung des wöchentlichen Behandlungsplans zusammen. Bei Bedarf wird auch psychologische/psychotherapeutische und seelsorgerische Hilfe angeboten. Zur Vorbereitung auf die Entlassung aus der stationären Behandlung, wird die Bereitstellung und Organisation von medizinischen, sozialen und ergänzenden Hilfeleistungen sowie die Verordnung von Hilfsmitteln im therapeutischen Team beraten und durch den Sozialdienst und die Koordinatorin organisiert.
Das Geriatrische Assessment (engl. im Sinne von "Funktionsbewertung") ist eine multifunktionale und multiprofessionelle Erfassung von im Alter häufig auftretenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen einschließlich der sozialen Umstände. Hierbei werden die verschiedenen Funktionsbereiche möglichst objektiv untersucht und bewertet werden. Das Assessment konzentriert sich insbesondere auf folgende Bereiche:
- Alltagskompetenz (pflegerisch und instrumentell)
- Mobilität
- Merkfähigkeit, Orientierung, Aufmerksamkeit, Schreib- und Rechenfähigkeit
- Stimmung
- Soziale Situation
Die Arbeitsgruppe Geriatrisches Assessment (AGAST) hat im Jahr 1995 ein Instrumentarium entwickelt, das internationalem Standard entspricht, und dieses für den Einsatz in der Geriatrie empfohlen (s. Tabelle ).
Das Assessment kommt damit den Patienten zu gute und dient gleichzeitig der klinischen Qualitätssicherung.
Im Durchschnitt werden in den ersten zwei bis drei Tagen nach der Aufnahme sämtliche Verfahren des Basisassessment durch die verschiedenen Berufsgruppen durchgeführt. Für den Patienten bedeutet dies keine zusätzliche Belastung da die Befundungen im Rahmen der Therapieeinheiten durchgeführt werden.
Im Verlauf werden in den wöchentlich stattfindenden Teamkonferenzen, basierend auf den Ergebnissen des Basisassessments, die Behandlungspläne festgelegt und ggf. ein problemorientiertes Assessment durchgeführt.
Assessmentverfahren
| Testverfahren | Zentraler Aspekt | Berufsgruppe |
| Screening (nach Lachs) | Allgemeines Risikoprofil | Ärzte |
| Mini-Mental-Status Examination (MMSE) | Kognitive Fähigkeiten | Ergotherapeuten |
| Uhrenergänzungstest (Clock completion) | Kognitive Fähigkeiten | Ergotherapeuten |
| Geriatrische Depressionsskala (GDS) | Depressivität | Ergotherapeuten |
| Geldzähltest (GZT) | Performancetest, Alltagskompetenz | Ergotherapeuten |
| Barthel-Index | Objektiver Hilfebedarf, pflegerisch | Pflegekräfte |
| Instrumentelle Alltagsaktivitäten (IADL) | Hilfebedarf, Instrumentelle Alltagskompetenz | Ergotherapeuten |
| Mobilitätstest n. Tinetti | Stand -und Gangsicherheit | Physiotherapeuten |
| Timed Up & Go | Mobilität | Physiotherapeuten |
| Sozialfragebogen Soziale Situation (SoS) | Aktivitäten, Kontakte, Wohnsituation | Sozialdienst / Koordinatorin |
| Handkraft (HK) | Fitness; Muskelschwund; Feinmotorik | Ergotherapeuten |
| Aphasie-check-list (ACL)* | Kommunikation, Sprach- und Sprechstörungen | Logopädin |
| Schluckdiagnostik* | Erfassung von Schluckstörungen, einschließlich bildgebender Diagnostik | Logopädin / Ärzte |
| Demtect* | Kognitive Fähigkeiten | Ergotherapeuten |
| Syndrom-Kurz-Test* | Kognitive Fähigkeiten | Ergotherapeuten |
| Ernährungsscreening* Subjective global Assessment (SGA) | Ernährungssituation | Ärzte/ Pflegekräfte |
| Sturzrisiko* | Sturzrisikoerfassung | Gesamtes Team |
*Ergänzendes Verfahren; nicht Bestandteil der AGAST-Originalempfehlungen
Geriatrische Rehabilitation hat nach der multidisziplinären Behandlung als Hauptziel die Wiedereingliederung des Patienten in seine häusliche Umgebung. Ist dieses Ziel nicht erreichbar muss zusammen mit allen Beteiligten eine akzeptable Lösung gesucht werden;
z.B. die Unterbringung bei Familienangehörigen, „Betreutes Wohnen" oder Pflegeheim.
Oft dient die vorübergehende Unterbringung in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung zur Entscheidungsfindung oder zur Vorbereitung einer wohnlichen Veränderung.
In dieser Phase der Rehabilitation ist ein professioneller Sozialdienst von entscheidender Wichtigkeit. In Zusammenarbeit mit dem Team leistet der Sozialdienst in beratender und organisierender Funktion sowie der Verbesserung der psychosozialen Befindlichkeit einen erheblichen Beitrag zur Krankheitsbewältigung des Patienten. Dabei beachtet er insbesondere, dass die Selbsthilfekräfte des Patienten gestärkt werden und bezieht bereits vorhandene Bezugspersonen mit ein.
Durch seine vielfältigen Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten begegnet der Sozialdienst spürbar den sozialen Folgen der Erkrankung und Behinderung des Patienten.
Schwerpunkte des Sozialdienstes
- Analyse der sozialen Situation des Patienten sowie seiner Lebensumstände
- Prüfung von sozialrechtlichen Ansprüchen
- Informationsgespräche über rechtliche Hilfen (Sozialrecht, Pflegeversicherung)
- Kontaktaufnahme zu Behörden
- Bei stationärer Unterbringung Beratung und Beantragung (Pflegeheim, Kurzzeitpflege)
- Anregung eines notwendigen Betreuungsverfahren bzw. der Information über die Arten von Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen
- Entlassungsbedingte Hilfsmittelversorgung
- Vermittlung von Kontaktadressen (Selbsthilfegruppen, Seniorenbetreuung, "Helfen und Betreuen")
- Führen von entlastenden Gesprächen
Kontakt: Dipl.-Sozialarbeiterin Martina Hall
Durch Störungen der Sprache oder des Sprachverständnisses besteht die Gefahr ausgegrenzt und isoliert zu werden da Angehörige und andere Menschen im Umfeld der Betroffenen nicht genügend informiert und damit nicht umgehen können. Nicht selten resultiert hieraus eine zunehmende Vereinsamung und auch Depressionen des Betroffenen.
Häufig sind hiervon Patienten mit Erkrankungen des Zentralnervensystems, wie z.B. nach Schlaganfall oder Hirnblutung, betroffen.
Sprechen und Verstehen, auch Lesen, Schreiben und Rechnen sind dabei oft beeinträchtigt. Weiterhin gibt es Störungen beim Kauen und Schlucken. Hierbei gibt es eine nicht unerhebliche zusätzliche Gefahr durch Folgeerkrankungen, wie z.B. eine Lungenentzündung durch verschluckte Nahrung oder Getränke.
Logopädische Diagnostik
- Sprach- und Sprechstörungen (z.B. Aphasie, Dysarthrophonie, Sprechapraxie)
- Schluckstörungen und mundmotorische Störungen (z.B. Dysphagie, buccofaciale Dyspraxie)
Logopädisch-therapeutische Ziele
- Optimierung der Sprach- und Sprechleistung sowie des Verständnisses und damit Wiederherstellen der Kommunikationsfähigkeit, Vermittlung von Kompensationsmechanismen (nonverbale Kommunikation)
- Reaktivieren und Wiederherstellen der beeinträchtigten Funktion der Nahrungsaufnahme
- Verbesserung des Selbstwertgefühls
- Sensibilisierung von Angehörigen für die kommunikativen Beeinträchtigungen des Patienten sowie Hilfen zur Bewältigung
Die Ergotherapie behandelt Patienten aller Altersgruppen mit dem Ziel, die durch Unfall oder andere Erkrankungen (Frakturen oder neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson, multiple Sklerose) verloren gegangenen Handlungsfähigkeit komplex zu diagnostizieren und nach Erstellen eines individuellen Behandlungsplans wieder neu zu entwickeln. Dabei ist es auch Ziel, eine größtmögliche Selbständigkeit in den wesentlichen Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) wieder zu erlangen.
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| Ergotherapeutische Leistungen |
| » Ergotherapeutische und psychometrische Befunderhebung. » Prothesentraining nach Amputation bzw. Umgang mit anderen orthopädischen Hilfsmitteln wie Orthesen oder Korsagen » Therapie der Hirnleistungsstörungen zur Verbesserung der Wahrnehmung, Orientierung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Krankheitseinsicht einschließlich computergestütztes Training » Hilfsmittelberatung, einschließlich der Veränderungen im häuslichen Umfeld |
Ergotherapeutinnen
Frau B. Rasch
Frau K. Röder
Kooperation mit der Ergotherapiepraxis Frau S.Weise








