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Anästhesie - Schwerpunkte

Allgemeines

 

Insgesamt sind bei uns 4 Anästhesieschwestern/ -pfleger und 5 Anästhesisten/ -innen beschäftigt.

 

Die jährlich etwa 2700 Anästhesien zu Operationen oder Eingriffen werden in den modern eingerichteten 4 Operationssälen des Hauses durchgeführt. Die Nachsorge erfolgt bis zur Stabilisierung Ihrer lebens-wichtigen Körperfunktionen im Ausleitungsbereich der Operationssäle; erst dann verlegen wir Sie nach einem operativen Eingriff auf die Station zurück. Ein zentraler Aufwachraum wird erst mit der Fertig-stellung unseres neuen Funktionsgebäudes realisiert werden. Nach längeren Operationen oder bei Patienten mit schweren Nebenerkrankungen wird eine Verlegung auf die interdisziplinäre Intensiv-station notwendig.

Anästhesie

 

 

Ablaufplan für den Patienten

 

Am Vortag Ihres Eingriffs (manchmal auch zeitiger) werden Sie ein aufklärendes Gespräch mit einem Anästhesisten bzw. einer Anästhesistin haben. Vorher sollten Sie den von der Schwester überreichten gelben Aufklärungsbogen der Anästhesie gelesen und die Fragen zur Krankengeschichte beantwortet haben. Dies ist Bestandteil der Aufklärung zur Anästhesie und wird im Anschluss durch das ärztliche Gespräch ergänzt. Der Anästhesist wird vor Ihrem Gespräch Einsicht in Ihre Krankenunterlagen, aktuellen Befunde und eventuell zusätzlich notwendige Untersuchungsergebnisse genommen haben. Im Verlauf dieses Aufklärungsgesprächs werden Sie nicht nur über Besonderheiten Ihrer geplanten Anästhesie unterrichtet, sondern Sie werden gemeinsam mit dem Anästhesisten das für Sie geeigneteste Anästhesieverfahren auswählen. Eine kurze körperliche Untersuchung folgt. Am Ende dieser sogenannten "Prämedikation" steht die Festlegung der Medikamente, die sie vor dem Eingriff zur Beruhigung erhalten sollen, ebenso die eventuelle Einnahme Ihrer eigenen Medikamente.

 

Zum Schutz vor Erbrechen bei Narkosebeginn bitten wir Sie, ab dem Vorabend gegen 21:00 Uhr nichts mehr zu Essen und ab 24:00 Uhr nichts mehr zu Trinken. Das Rauchen ist spätestens zum Vorabend des Eingriffs einzustellen. Diese Vorsichtsmaßnahme gilt für alle Narkosearten, also auch für Teilbetäubungen und trifft sowohl für ambulante, als auch stationäre Patienten zu.

 

Es sollten keine Kosmetika oder Schminkstoffe aufgetragen werden, Nagellack ist zu entfernen.

 

Vor dem Transport in den Operationssaal sind alle Schmuckgegenstände, Prothesen und andere Hilfsmittel abzulegen.

Einzelheiten können mit der Anästhesistin bzw. dem Anästhesisten im Vorgespräch erörtert werden.

 

Den Zeitpunkt der Einnahme und die Auswahl Ihrer Medikamente besprechen Sie bitte mit dem vorbereitenden Anästhesisten.

 

Morgens oder nach Aufnahme auf der Station erhalten Sie die festgelegten Medikamente, die Sie im Allgemeinen mit etwas Flüssigkeit einnehmen können.

 

Durch die Schwestern/Pfleger der Station werden Sie im Bett in die Patientenschleuse gebracht und dort vom Anästhesiepflegepersonal begrüßt bzw. weitergeleitet. Hier erfolgen die Lagerung auf einem speziellen Operationstisch und alle vorbereitenden Maßnahmen für die geplante Anästhesie (Anlegen einer Infusion, Anbringen einer EKG-Ableitung, Messung des Blutdrucks, Anbringen eines Pulssensors zur Feststellung des Sauerstoffgehalts ihres Blutes).

 

Nachdem die Anästhesistin bzw. der Anästhesist sich bei Ihnen vorgestellt hat, kurz Ihre Identität überprüft wurden und eine letzte Sichtung Ihrer Befunde erfolgte, kann die Narkose bzw. Teilbetäubung beginnen.

 

Üblicherweise wird die Narkose am Ende des operativen Eingriffs ausgeleitet. Es schließt sich die Umlagerung in Ihr Bett an. Sie werden für einen gewissen Zeitraum noch nachbeobachtet, bis alle lebenswichtigen Körperfunktionen und Schutzreflexe intakt sind und Sie ohne Gefahr für Leben und Gesundheit zurückgebracht werden können.

 

Anästhesieformen

 

'' Vollnarkose

  • sicherlich das bekannteste Betäubungsverfahren, allerdings auch starke Belastung des Herz-Kreislaufsystens und mitunter Probleme bei der Lungenfunktion
  • Durchführung als Beatmungsnarkose mit Beatmungsschlauch, Kehlkopf- oder Gesichtsmaskennarkose möglich
  • Nutzung eines Beatmungsgerätes unabdingbar

 

'' Regionalanästhesie-Verfahren

  • rückenmarksnahe Verfahren (Einmalbetäubungen oder Kathetertechniken)
  • Regionale Nervenblockaden an Armen oder Beinen

 

'' Örtliche Betäubungsverfahren

  • werden in der Regel vom Operateur selbst durchgeführt
  • bei Risikopatienten kann die zusätzliche Überwachung lebenswichtiger Körperfunktionen durch den Anästhesisten notwendig sein (Stand by)

 

Intensivmedizin

 

'' Allgemeines

  • Belegung durch alle Disziplinen (operativ und internistisch)
  • Kapazität 6 Betten, davon 3 mögliche Beatmungsplätze
  • Dialysemöglichkeit vorhanden (CVVHF / CVVHD)
  • invasives hämodynamisches Monitoring je nach Bedarf genutzt
  • Notfall-Labor (Blutgasanalyse, Notfallgerinnung, Elektrolyte, Hämoglobin) vor Ort
  • unter fachlicher und organisatorischer Leitung der Anästhesisten

 

'' Wichtiges für den Patienten

Die Betreuung auf unserer interdisziplinären Wachstation/Intensivstation ist nur für Patienten mit großen, operativen Eingriffen, schweren Nebenerkrankungen oder Notfällen (auch internistischen) üblich.

 

Hier ist eine kontinuierliche Überwachung aller lebenswichtigen Körperfunktionen möglich. Das Pflegepersonal arbeitet ständig in Ihrer Nähe - ein Arzt kann jederzeit hinzugezogen werde

 

Auch auf der Intensivstation können Sie Besuche und bei Bedarf Telefonanrufe empfangen. Über ein eigenes Telefon verfügen Sie jedoch hier nicht, die Zahl der Besucher muss leider begrenzt werden.

 

Die Behandlung der Patienten erfolgt auf dieser Station in Zusammenarbeit zwischen der jeweils behandelnden Fachabteilung und den Anästhesisten.

 

'' Wichtiges für die Angehörigen

Selbstverständlich können Sie die Krankenbesuche auch auf der Intensivstation durchführen. Diese sind am Tag der Operation jedoch nicht zu empfehlen. Sie sollten besonders hier auf die Abläufe der Stationsarbeit (intensive, zeitaufwendige Pflege der Patienten) Rücksicht nehmen und bei Besuchen etwas Zeit und Geduld mitbringen. Kritische medizinische Situationen können rasch und unvorhergesehen das Eingreifen des Personals erfordern und einen Krankenbesuch behindern. Auch ist im Arbeitsablauf eine feste Besuchszeit ohne Betreuung der Patienten durch das Personal nicht realisierbar.

 

Wenn Sie sich vor dem Betreten der Intensivstation beim Pflegepersonal anmelden, werden Sie auf besondere Verhaltensmaßregeln hingewiesen und können unter Umständen erfahren, ob eine aktuelle ärztliche Auskunft möglich ist.

 

Haben Sie keine Furcht vor den Schläuchen und Kabeln am Körper Ihres Angehörigen oder Bekannten. Mit zunehmender Besserung des Gesamtzustandes (Genesung) werden diese nach und nach entfernt.

 

Schmerztherapie

 

Postoperative Schmerzmedizin

Im Allgemeinen treten nach operativen Eingriffen Schmerzen auf. Diese können zum Einen mit Medikamenten (Einzelgabe nach Anforderung oder planmäßig, kontinuierlich über Tropf oder Spritzenpumpe) und zum Anderen mit ergänzenden Schmerzausschaltungsverfahren (Schmerzkatheter, langwirkende Nervenblockade) verhindert oder gelindert werden.

 

Sprechen Sie mit dem Anästhesisten schon im vorbereitenden Gespräch über die Ihnen angenehme und für Sie machbare Art der Schmerzausschaltung nach der Operation.

 

Tumorschmerzmedizin

Patienten mit Tumorerkrankungen können auch ohne Operation nach einem Eingriff anhaltend Schmerzen verspüren und müssen somit dauerhaft auf ein schmerzausschaltendes Verfahren eingestellt werden.

 

In der täglichen Praxis werden Sie darüber mit Ihrem behandelnden Arzt der Station sprechen. Dieser wird auch die Schmerzbehandlung einleiten und durchführen. Bei Patienten mit komplizierten oder sehr fortgeschrittenen Schmerzleiden werden die Anästhesisten in die Behandlung mit einbezogen.

 

Ebenso wichtig wie die Schmerzausschaltung bzw. die Schmerzlinderung ist die Symptomlinderung, d.h. die Behandlung von Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Luftnot oder Schwitzen, sowie die Minimierung von Nebenwirkungen der Schmerztherapeutika.

 

Folgende Verfahren können zur Anwendung kommen:

  • Durchführung als Beatmungsnarkose mit Beatmungsschlauch, Kehlkopf- oder Gesichtsmaskennarkose möglich
  • Schmerztherapie über Port-Systeme (Schmerzpumpen)
  • Anwendung von Kathetertechniken

 

Ist die chronische Schmerzausschaltung zufriedenstellend, organisieren wir die weitere Betreuung der Schmerzbehandlung im ambulanten Bereich (niedergelassene Schmerztherapeuten, Pflegedienste).

 

Adjuvante schmerztherapeutische Mittel

  • Akupunktur
  • TENS (Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation)
  • Physiotherapie
  • Psychotherapie