Projekt ITS
Gemeinsames Projekt mit der Fachhochschule Anhalt (Fachbereich Design) in Dessau
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Thema: Farbliche Decken- und Wandgestaltung von Patientenzimmern einer Intensivstation unter medizinpsychologischen Aspekten
Zielsetzung des Projekts
Beim Neubau unserer Intensivstation sollte die Umgebung eines länger verweilenden Intensivpatienten so gestaltet werden, dass unter medizinpsychologischen Gesichtspunkten Aufwachverhalten des langzeitsedierten Patienten Zeitgefühl, sowie Raumorientierung und Phantasie beim Erkunden der unbekannten Umgebung positiv beeinflusst werden.
Durchführung
- Auftragserteilung an bereits 19 gebildete Studententeams (1. Semester) mit jeweils 3-5 Studenten in Form eines hochschulinternen Wettbewerbs
- Erste Zwischenbilanz und Diskussion der Entwürfe
Ergebnispräsentation
Jede der 19 Projektgruppen musste vor allen Studenten des Semesters, Mitarbeitern der Anhaltischen Diakonissenanstalt, einem Medizinpsychologen und Gästen darlegen, welche Grundgedanken bei ihrem Gestaltungsvorschlag verwirklicht werden. Die Palette der Exponate reichte von rein gestalterischen Entwürfen bis hin zu tiefenpsychologischen Meisterwerken. Nach der Vorstellung aller Exponate wählte die Jury drei Entwurfsvorlagen zur Prämierung aus. Die erstplatzierte Projektgruppe erhielt die Möglichkeit der Umsetzung ihrer Gedanken in die Wirklichkeit.
Realisierung
Nach einer kleinen Testphase begann die Umsetzung des Projektes durch die Studenten in enger Zusammenarbeit mit der Bauleitung und unter Supervision eines erfahrenen Angestellten der Diakonissenanstalt. In nur 4 Wochen waren alle 4 Patientenzimmer fertiggestellt.
Zusammenfassung
In zweieinhalb Monaten entstanden Exponate mit Plotterzeichnungen und maßstabsgetreuen Modellen der Patientenzimmer, nachdem durch Vorlesungen und Selbststudium Kenntnisse über die Psychopathologie von schwererkrankten und teilweise im Koma befindlichen Patienten erworben wurden.
Eine Jury aus Ärzten, medizinischen Psychologen, medizinischem Pflegepersonal und einem Professor für Farbenlehre, der auch als Betreuer des Projektes agierte, bewertete alle Entwürfe und prämierte die besten 3 Exponate.
Langzeitintensivpatienten, ob in wachem und orientiertem Zustand oder in einer mental und kognitiv eingeschränkten Situation, erleben ihre direkte Umgebung intensiver und versuchen sich an gestalterischen Elementen im Sichtbereich (Zimmerdecke und Wände in Blickrichtung) zu orientieren. Nicht selten geben Formen und Farben in der unmittelbaren Nähe des Patienten Anlass für Phantasie und Kontakt nach Außen. Die Entwürfe eröffnen Gedankenräume, die der Patient, je nach seiner Verfassung, mit eigenen Inhalten und Phantasien besetzen kann. Es werden Räume erweitert, diesen das zellenhafte genommen und somit zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität der Patienten und des Klinikpersonals beigetragen. Es werden Assoziationsfelder angeboten, die weiter entwickelt werden können. Die Wirkung der Räume kann dadurch - auch unabhänging von der jeweiligen Tageslichtsituation - variieren und mit immer neuen (Be-)Deutungsvarianten belegt werden. Oft sind Räume an naturnahe Ereignisse angebunden worden, ohne den hohen Abstraktionsgrad preiszugeben.
Es bietet sich in idealer Weise eine Projektionsfläche für die Gedankengänge unserer Patienten an. Da die Intensivpatienten sehr häufig in den ersten Tagen ihrer langsamen Genesung eine eingeschränkte Sicht- und Bewegungsfreiheit aufweisen, ist in der Regel das Schauen an die Zimmerdecke und die Wandabschnitte des direkten Gegenüber die einzige Beschäftigung neben den medizinischen und pflegerischen (Be-)Handlungen.






