Pflegekonzept
1. Selbstverständnis der Pflege (DKD)
3. Leistungsangebot der Pflege
5. Definition des Pflegeprozesses
7. Koordination/ Kooperation/ Schnittstellen
7.1 Zusammenarbeit innerhalb der DKD
7.2 Zusammenarbeit mit der Management- und Servicegesellschaft
7.3 Zusammenarbeit mit weiteren Dienstleistern
1. Selbstverständnis der Pflege (DKD)
Aus dem Krankenpflegegesetz (KrPflG) und der Rahmenberufsordnung des Deutschen Pflegerats sowie der Leitbilder unserer Einrichtungen ergeben sich für das Pflegeselbstverständnis im Diakonissenkrankenhaus Dessau folgende Ansätze:
Beruflich Pflegende sollen fachliche, personale, soziale und methodische Kompetenzen besitzen, um diese in der verantwortlichen Mitwirkung bei der Heilung, Erkennung und Verhütung von Krankheiten zu nutzen. Dazu muss sich jeder beruflich Pflegende an den Erkenntnissen in Pflege-, Sozial- und Kommunikations-wissenschaften und der Medizin orientieren. Eine qualifizierte Aus- und stetige fachliche Fort- und Weiterbildung ist somit selbstverständlich.
| Die Pflege erfolgt unter Einbeziehung präventiver, rehabilitativer und palliativer Maßnahmen und hat die Wiedererlangung, Verbesserung, Erhaltung und Förderung der psychischen und physischen Gesundheit des zu pflegenden Menschen als Ziel. Dabei sind die unterschiedlichen Lebenssituationen sowie Lebensphasen und die Selbstständigkeit der Menschen zu beachten. Auch das Sterben ist ein Teil des Lebens. Daher erfahren Sterbende unsere besondere Aufmerksamkeit und Begleitung. |
|
Grundlage unseres Handelns ist das christliche Menschenbild. Jeder Mensch hat eine von Gott geschenkte unverlierbare Würde und allen Menschen gilt die uneingeschränkte Liebe Gottes. In besonderem Maß gilt dies den uns anvertrauten Patienten und ihren Angehörigen.
Eigenverantwortliche Aufgaben der Pflege gemäß KrPflG §3 Abs. 2:
Aufgaben im Rahmen der Mitwirkung sind:
Aufgaben im interdisziplinären Team
Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen und dabei multidisziplinäre und berufsgruppenübergreifende Lösungen von Gesundheitsproblemen entwickeln. Unterstützung der Arbeit im therapeutischen Team. Stärken gilt es zu stärken und Schwächen zu schwächen. An den Schnittstellen unterstützen sich die Berufsgruppen gegenseitig.
Hieraus ergeben sich folgende Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen für beruflich Pflegende:
| Kompetenzen . | Schlüsselqualifikationen |
| Handlungskompetenz |
|
| Begutachtung / Bedarfsermittlung / Beratung |
|
| Dokumentationsansätze |
|
| Organisations-/ Koordinationsansätze |
|
| Kommunikation |
|
| Anleitungskompetenz |
|
| Wirtschaftliche Ansätze |
|
| Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Pflegepraxis |
|
In den Stellenbeschreibungen sind die Aufgabenfelder für die Mitarbeitenden im Pflege- und Funktionsdienst konkret beschrieben.
Krankenpflege blickt im Diakonissenkrankenhaus Dessau auf eine langjährige Tradition zurück und ist damals wie heute von der Idee geprägt, eine patientenorientierte Versorgung auf Grundlage des christlichen Menschenbildes zu gewährleisten. Pflege ist sowohl qualitativ als auch quantitativ auf den Menschen in seiner Ganzheit abgestimmt und nicht nur auf seine Krankheit.
|
| Die derzeitigen Veränderungsprozesse und die Reformen im Gesundheitswesen - wie z.B. die Forderung ambulant vor stationär, die Einführung von DRG mit Abschluss der Konvergenzphase und integrierte Versorgung, die Zentrenbildungen sowie das neue Krankenpflegegesetz - stellen an die Pflegenden neue Anforderungen. Neben der Patientenorientierung und Mitarbeiterorientierung ist die wirtschaftliche Betriebsführung wichtig. |
Aus diesen Anforderungen leitet sich die pflegerische Zielsetzung für die nächsten Jahre ab. Ziele für die pflegerische Arbeit sind
3. Leistungsangebot der Pflege
Im Folgenden werden wesentliche Maßnahmen der Pflege aufgeführt:
|
|
|
Behandlungspflege nach ärztlicher Anordnung
Anwendung spezieller Pflegemethoden auf einigen Stationen
Pflegerische Beratung
Entlassungsmanagement in Zusammenarbeit mit dem Entlassungsservice
Schmerzdienst
Wundmanagement
Inkontinenzberatung
Pflegetheorie ist die abstrakte, wissenschaftliche Betrachtung von Pflege. Um diese auf die Praxis anwenden zu können, bedienen sich PflegetheoretikerInnen eines Modells, das den Sachverhalt bestmöglich vereinfacht.
|
| Im Diakonissenkrankenhaus Dessau ist der Pflegebereich nach den Pflegemodellen von Nancy Roper und Liliane Juchli ausgerichtet, wobei letztere im Wesentlichen bestehende Modelle (z.B. Roper, Henderson) durch persönliche und religiös-christliche Sichtweisen erweitert hat. Beide sind Bedürfnismodelle und orientieren sich an den Aktivitäten des täglichen Lebens, wobei sich N. Roper neben Bedürfnissen auch an Bedingungen anlehnt, damit sich Ressourcen und Selbstheilungs-kräfte entfalten können.
Im Vordergrund beider Modelle stehen die 12 Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL’s), die innerhalb des Lebenszyklus in einem Spannungsfeld zwischen Abhängigkeit und Unabhängigkeit ausgeübt werden. Im Vordergrund unserer Pflegeplanungen stehen die ATL`s: Atmen, sich bewegen, Waschen und Kleiden, Essen und Trinken, Ruhen und Schlafen, Ausscheiden und Kommunizieren. Die ATL’s sind als “Netzwerk und Regelkreis“ zu verstehen, die nie isoliert von einander betrachtet werden dürfen. Einschränkungen und Probleme werden individuell und gemeinsam mit dem |
Betroffenen ermittelt und auf dem Pflegeerhebungsbogen erfasst. Die Pflege beachtet alle Lebensbezüge des Menschen, d.h. Körper, Psyche und soziales Umfeld.
5. Definition des Pflegeprozesses
Pflegeprozess ist das systematische, methodische und bewusste Vorgehen, bei dem Pflegepersonen die Pflegebedürftigkeit eines Patienten einschätzen und Pflegemaßnahmen planen, um die definierten Ziele zu erreichen.
Der Problemlösungsprozess wird erst wirksam durch die Qualität der Beziehung, die zwischen Pflegeperson und Patient zustande kommt.
Um Pflege richtig zu planen, werden die Schritte nach dem 6-stufigen Modell von Fiechter/Meier eingeteilt, indem das pflegerische Vorgehen als „Pflegeprozess“ dargestellt wird.
6-stufiges Modell des Pflegeprozesses von Fiechter/Meier:
| 1. Informationssammlung
| 2. Erkennen von Problemen und Ressourcen
| |
|
|
| 3. Festlegen der Pflegeziele
| 4. Planung der Pflegemaßnahmen
| |
|
|
| 5. Durchführung der Pflegemaßnahmen
| 6. Beurteilung der Wirkung der Pflege
| |
|
|
Der Pflegeprozess ist ein Denk- und Arbeitsinstrument für eine systematische Vorgehensweise in der Pflege.
Pflegeprozess und Dokumentation gehören untrennbar zusammen - ohne Pflegeprozess ist keine sinnvolle Dokumentation möglich und ohne Dokumentation ist Pflege nicht korrekt überprüfbar. In der DKD gemeinnützige GmbH erfolgt die Dokumentation zur Informationssammlung und zum Erkennen von Problemen und Ressourcen auf dem Stammblatt und dem Pflegeerhebungsbogen. Dabei sind uns bereits bei der Aufnahme Informationen für die ggf. notwendige Überleitung wichtig. Die Pflegeplanung und der Nachweis der durchgeführten Maßnahmen erfolgen auf dem eigens entwickelten Pflegeplanungs- und Durchführungsnachweisbogen. Auf diesem werden auch notwendige Veränderungen und Ergänzungen dokumentiert. Zur Verbesserung der poststationären Pflege wurde der Pflegeüberleitungsbogen eingeführt.
Im Diakonissenkrankenhaus Dessau wird der Pflege- und Funktionsbereich von der Pflegedienstleitung verantwortet. Der PDL sind zwei Bereichsleitungen unterstellt, die dem Pflegebereich und Funktionsbereich vorstehen.
| Mit der Forderung nach mehr Ganzheitlichkeit und Bedürfnisorientierung in der Patientenversorgung verändert sich die Arbeitsorganisation von reiner Arbeitsteilung hin zu einer Zimmer - oder Gruppenpflege. Diese umfasst die Einteilung der Ebenen in zwei Gruppen, die den examinierten Pflegekräften im Rahmen der Tagesplanung zugeteilt werden. Diese übernehmen dann während ihrer Schicht die pflegerische Verantwortung für ihren Bereich, inklusive Organisation, Planung, Durchführung und Auswertung der Pflege sowie die |
|
Zusammenarbeit mit allen an der Versorgung beteiligten Bereichen (Arzt, Labor, Küche etc.)
Darauf aufbauend schließt die Gruppenpflege den Wunsch nach Reduzierung der Kontaktpersonen für die Patienten mit ein. Sie beruht darauf, dass eine examinierte Pflegefachkraft den Patienten von der Aufnahme im Krankenhaus bis zur Entlassung begleitet und damit die volle Verantwortung im Pflegeprozess sowie die Koordination der Pflege auch während ihrer Abwesenheit übernimmt. Das heißt, sie erteilt für ihre Abwesenheit Instruktionen über den individuellen Ablauf des Pflegeprozesses. Die Gruppenpflegeperson ist durch ihre besonderen Kenntnisse von Bedürfnissen und Besonderheiten des Patienten in der Lage, den Krankenhausaufenthalt optimal zu gestalten.
Auf den Ebenen des DKD wird z. Zt. in einer Kombination von Gruppen- und Funktionspflege gearbeitet. Dabei ist der Grad der Umsetzung der Gruppenpflege immer abhängig von der individuellen Organisation der Ablaufprozesse auf den Ebenen.
Mittelfristig wird, im Rahmen einer ganzheitlichen und patientenorientierten Versorgung, eine konsequente Umsetzung der Gruppenpflege auf allen Ebenen eingeführt. Gleichzeitig werden vorhandene positive Grundstrukturen auf allen Ebenen gestärkt. Das bedeutet für die examinierten Pflegekräfte die Übernahme von mehr Eigenverantwortung für die Organisation des gesamten Pflegeprozesses und der damit verbundenen Ablaufstrukturen. In diesem Zusammenhang kommt den Teamverantwortlichen immer mehr die Funktion eines Coach bzw. Ansprechpartners zu, sowie die Verantwortung für die Kontrolle der Pflegequalität.
7. Koordination/ Kooperation/ Schnittstellen
Zusammenarbeit innerhalb der DKD
|
| 1. Kooperation mit dem Arztdienst Die Kooperation mit dem Arztdienst ist geprägt von einem partnerschaftlichen und kollegialen Ansatz, um berufsgruppenübergreifende Lösungen für Gesundheitsprobleme der Patienten zu entwickeln. Aufgrund schriftlicher ärztlicher Verordnung führen die Pflegenden im Rahmen der Mitwirkung folgende Aufgaben aus(KrPflG):
Für die von ihnen durchgeführten Maßnahmen tragen die Pflegenden die Durchführungsverantwortung. Dementsprechend übernehmen sie nur Aufgaben, die ihren Kompetenzen entsprechen. Die Aufgabenübernahme erfolgt im Rahmen der Delegation ärztlicher Tätigkeiten nach der hausspezifischen Dienstanweisung. |
2. Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Stationen und Funktionsbereichen
Alle Stationen und die Funktionsbereiche arbeiten zusammen.
Besonders eng ist die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen in der Geriatrie, wo die Arbeit im therapeutischen Team erfolgt. Die interdisziplinäre Intensivstation fungiert als Schnittstelle zwischen den Stationen und dem OP und arbeitet mit allen Stationen, bzw. Kliniken zusammen. Alle am Versorgungsprozess der Patienten Beteiligten verstehen ihre Arbeit im Sinne eine Dienstgemeinschaft. Dies betrifft auch alle Bereiche, die von externen Firmen erbracht werden.
3. Zusammenarbeit mit der Zentralen Aufnahme
Alle Patienten werden über die Zentrale Aufnahme, in die auch die Notfallaufnahme integriert ist, aufgenommen. Die Mitarbeiter der Zentralen Aufnahme übernehmen dabei neben den administrativen Aufgaben auch alle Erstuntersuchungen. Die Abläufe sind in Verfahrensanweisungen geregelt.
4. Nachtdienstregelungen
Um die Pausenabdeckung, Hol- und Bringedienste, die Qualität der Pflege und Notaufnahmen während der Nacht zu sichern, gibt es einen zusätzlichen Nachtdienst im Krankenhaus. Auf der akutgeriatrischen Station arbeiten, wenn möglich, eine Gesundheits- und Krankenpflegerin sowie eine Krankenpflegehelferin im Nachtdienst.
Auf der Intensivstation arbeiten in der Regel zwei Gesundheits- und Krankenpflegerinnen während der Nacht.
5. Seelsorge
Im DKD ist eine Seelsorgerin halbtags angestellt. Sie ist sowohl für Patienten und ihre Angehörigen als auch für Mitarbeitende ansprechbar. Außerhalb der tagesüblichen Arbeitszeit steht zusätzlich der theologische Geschäftsführer zur Verfügung. Bei Abwesenheit übernimmt die Pflegedienstleitung die Kontaktherstellung zu Seelsorgern. Bei Wunsch informiert die PDL auch die Heimatseelsorger.
6. Begleitung Sterbender und Betreuung der Angehörigen
Neben der Seelsorgerin stehen auch unsere Diakonissen zur Sterbebegleitung zur Verfügung. Bei Möglichkeit werden die Angehörigen in die Sterbebegleitung einbezogen. Die Pflegekräfte organisieren die Begleitung und stehen bei Möglichkeit ebenfalls zur Begleitung zur Verfügung. Dafür werden regelmäßige Fortbildungen im Umgang mit Schwerstkranken und Sterbenden angeboten.
7. Entlassungsmanagement
Als direkte Anlaufstelle zur Beantragung von Kuren oder Heimplätzen und zur Vermittlung von Kurzzeitpflege - und Hauskrankenpflegeinrichtungen sind zwei Mitarbeiterinnen im Sozialdienst und die Koordinatorin der Geriatrie zuständig. Bei Fragen und Problemen stehen sie zur Verfügung und suchen gemeinsam mit Patienten und/oder Angehörigen nach Lösungen und deren Umsetzung. Nach Möglichkeit findet der Erstkontakt mit Nachsorgeeinrichtungen bereits im Krankenhaus statt. Der Patientenüberleitungsbogen enthält alle für die nachstationäre Versorgung wichtigen Informationen. Die Mitarbeitenden des Altenpflegeheims der Anhaltischen Diakonissenanstalt und der Diakoniesozialstation nehmen regelmäßig an krankenhausinternen Fortbildungen teil.
Zusammenarbeit mit der Management- und Servicegesellschaft
| 1. Servicepersonal
| 2. Küche
| |
| Auf jeder Station stehen Mitarbeiter der MSG als Servicepersonal zur Verfügung, die den Patienten bestimmte Serviceleistungen anbieten. Als Standard gehören das Anbieten von Obst und Getränken, Presseerzeugnissen sowie die Austeilung der Mahlzeiten zu dem Aufgabenspektrum des Servicepersonals. | Die Zubereitung der Speisen erfolgt in der Zentralküche unserer Einrichtung. Das Personal wird von der Management- und Servicegesellschaft gestellt. Als Bindeglied zum Patienten stehen Versorgungs- und Diätassistenten zur Verfügung, die entsprechend diätetischer Vorgaben der Station die Versorgung und ggf. Beratung übernehmen. |
| 3. Reinigungsdienst
| 4. Zusammenarbeit mit dem Einkauf
| |
| Die Reinigung der Patientenzimmer, Flure, Dienst- und Behandlungsräume erfolgt nach einem abgestimmten Reinigungskonzept.
| Ein Modulsystem ist eingeführt. Die Bestückung der Schränke erfolgt durch Versorgungsassistenten. Neue Produkte werden durch eine Bemusterung auf den Stationen getestet und danach in Zusammenarbeit ausgewertet. Verantwortlich dafür ist die Materialwirtschaftskommission, die aus Vertretern des ärztlichen und Pflegedienstes und dem Leiter des Einkaufs und der Serviceabteilung sowie dem Betriebsdirektor besteht. |
Zusammenarbeit mit weiteren Dienstleistern
1. Zusammenarbeit mit der Apotheke
Die Apothekenlieferung erfolgt über die Waisenhausapotheke in Halle/Saale. Zweimal jährlich finden Stationsbegehungen statt um die Vorratshaltung und BTM-Bestand zu kontrollieren. An den Besprechungen der Arzneimittelkommission nimmt die Pflegedienstleitung teil.
2. Zusammenarbeit mit dem Labor
Alle Laboruntersuchungen erfolgen durch die Arztpraxen für medizinische Mikrobiologie und Labordiagnostik in Dessau. Für die Notfallanalytik besteht im Krankenhaus ein Notfalllabor.
3. Pflegenetz
Die Diakonissenkrankenhaus Dessau gemeinnützige GmbH hat sich mit dem Diakonischen Werk im Kirchenkreis Dessau e.V. und der Anhaltischen Diakonissenanstalt Dessau zum Pflegenetz Dessau zusammengeschlossen. Das Pflegenetz dient als Plattform für eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit bei der Versorgung von Patienten und Heimbewohnern. Als Lotse durch das Pflegesystem sind wir bereit, entsprechend des individuellen Pflegebedarfs und des Umfeldes jedem Hilfesuchenden direkt, schnell, kompetent und wohnortnah zu helfen.